Anno Erdle
Maler auf freier Wildbahn

- Geboren
- 6. April 1924, Düsseldorf
- Gestorben
- 19. Dezember 1984, Düsseldorf
- Ausbildung
- Staatliche Kunstakademie Düsseldorf (Paul Bindel, Franz Doll), Folkwangschule Essen
- Mitgliedschaften
- Rheinische Sezession (Vorstand), Künstlerverein Malkasten, Verband der Freien Berufe NRW
Steckbrief
- Geboren
- 6. April 1924, Düsseldorf
- Gestorben
- 19. Dezember 1984, Düsseldorf
- Ausbildung
- Staatliche Kunstakademie Düsseldorf (Paul Bindel, Franz Doll), Folkwangschule Essen
- Mitgliedschaften
- Rheinische Sezession (Vorstand), Künstlerverein Malkasten, Verband der Freien Berufe NRW
Geboren am 6. April 1924 in Düsseldorf, gestorben am 19. Dezember 1984 ebenda, gehörte Anno Erdle zu den bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten des Rheinlandes. Als Sohn des Malers Artur Erdle erhielt er seine künstlerische Ausbildung zunächst durch seinen Vater, später an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf beim Genre- und Stilllebenmaler und Hochschullehrer Paul Bindel sowie dem Porträt- und Landschaftsmaler Professor Franz Doll, außerdem an der Folkwangschule in Essen mit einer Ausbildung zum Bühnenbildner. Seine Studienreisen führten ihn neben Belgien, Holland und Österreich vor allem nach Frankreich und Spanien, wodurch sein Malstil vom Licht des Mittelmeeres geprägt wurde. Seine Landschaften zeigen sowohl impressionistische Züge als auch flächige Abstraktion.
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde er eingezogen und geriet direkt in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Frühjahr 1947 – kriegsversehrt mit einer Lungentuberkulose – entlassen wurde. Seit 1950 war er bis zu seinem Tode als freier Maler in Düsseldorf tätig. „Es geschieht nicht oft, dass ein Maler sein Talent weitergibt und der Sohn im gleichen Metier zu Hause ist“, so Karl Ruhrberg, der Direktor der Städtischen Kunsthalle Düsseldorf, 1970 im Katalog zur Ausstellung seines Hauses über Artur Erdle. Seine Bilder waren auf zahlreichen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland zu sehen, u. a. in Berlin, Düsseldorf, Essen und München sowie in Den Haag, Hasselt, Lüttich, Maastricht und Wien. Werke befinden sich u. a. im Besitz der Städte Düsseldorf und Oberhausen sowie des Landes Nordrhein-Westfalen.
Als echter „Düsseldorfer Jung“ engagierte sich Anno Erdle im Karneval beim Bau der Wagen für den Rosenmontagszug und wurde 1950 in die Prinzengarde Düsseldorf aufgenommen. 1954 heiratete er Johanna Caspers, genannt Jeanny; 1955 wurde ihre Tochter Daniela geboren. Auf dem Gebiet der Malerei war er – gemeinsam mit seinem Vater – über ein Jahrzehnt als Vorstand in der Rheinischen Sezession aktiv und organisierte 1953 deren 25-jähriges Bestehen sowie, als Geschäftsführer, ihre Ausstellungen 1957 bei der Wiener Secession und 1958/59 bei der Berliner Secession unter der Schirmherrschaft des regierenden Bürgermeisters Willy Brandt. Er pflegte Künstlerfreundschaften u. a. zu Carl Lauterbach, Konrad Klapheck, Arvid Mather, Otto Pankok (ab 1957 1. Vorsitzender der Rheinischen Sezession), Clemens Pasch, Robert Pudlich und Jupp Rübsam. Von 1950 bis zu seinem Tod 1984 war er zudem Mitglied im Künstlerverein Malkasten im Düsseldorfer Malkasten-Haus sowie mehr als 30 Jahre lang Vorstand im Verband der Freien Berufe im Lande Nordrhein-Westfalen.
Die Empfindung ist die Grundlage aller Malerei.
Paul Cézanne
Anno Erdle liebte sowohl die Architektur als auch die Natur. Seine im Stil unverwechselbaren Landschaften tragen eine ganz persönliche Handschrift. „In ihrer herben Strenge, der vereinfachenden, klaren Komposition, den kräftigen Konturen und Farben, verraten sie den Geist einer wirklichkeitsbewussten Zeit.“ (Friedrichs 1970) Zu malen begann er dort, wo ihn das Erlebnis packte, und zwar das Erlebnis des architektonischen Charakters. „Das subjektive Erlebnis ist entscheidend; gemütlich sind seine Bilder ganz und gar nicht. Sie sind klar in der Malerei und klar im Geiste; sie verhehlen manchmal nicht die Stimmung, die durch den Wechsel des Lichtes den Objekten den einen einmaligen Charakter gibt, sind aber frei von jeglicher stimmungsmachenden Verniedlichung.“ (im Mittag 1961) Dies konnte man bei seinen jährlichen Reisen in sein geliebtes Frankreich erleben. Und wie sagte er selbst: „Wer Blumen ordnen will, muss wissen, wie sie wachsen.“ Doch auch die kleinen Dinge am Rande der Großstadt interessierten ihn. „Es ist schon eine Seltenheit, wenn man heutzutage einen Maler auf freier Wildbahn trifft, wie er mit Pinsel und Farbe der gescheuten Landschaft zu Leibe geht.“ (ebenda)